Kräftig Essen von Helga Novak
Z. 2-4: “Ich habe eine Bekannte in dieser
Stadt. Sie steht mir sehr nahe. Wir führen einen ausgedehnten, einen intimen
Briefwechsel miteinander.“
Fragen:
- Wie steht der Inhalt dieser Sätze in
Kontrast zu dem Rest des Textes?
- Sagen wir, Sie kennen den Text noch gar
nicht. Was für Erwartungen erweckt der dritte Satz? Was für ein
Zusammenkommen von den zwei Frauen würdet ihr von diesen drei Sätzen
erwarten? Was für ein Zusammenkommen findet aber in der Fantasie der Frau
statt?
Z. 1: „Ich bin selten in dieser Stadt. Ich
bin zufällig hier.“
Fragen:
- Warum ist die Frau eigentlich in dieser
Stadt? Wie kann man „zufällig“ irgendwo sein?
- Wenn Sie eine Person nicht sehen wollen, was
machen Sie, um die Person zu vermeiden?
Z. 21-22: „Ich sage, sei mir nicht böse,
ich habe kaum Zeit. Sie sagt, was hast du denn vor. Ich sage, nichts
Besonderes.“
Fragen:
- Gibt es eine Art Widerspruch hier? Was für
einen?
Z. 22- Z. 7 (S. 2): „Sie sagt, was ist übrigens
aus der Geschichte geworden. Ich sage, aus welcher Geschichte? Sie sagt, die
Geschichte in deinem vorletzten Brief. Ich sage, in meiner vorletzten Brief.
Sie sagt, er hieß Roland oder Ronald. Du weißt schon, was ich meine. Ich
sage, ach der. Sie sagt, wieso der. Du hast seitenlang von ihm geschrieben
und daß du nicht ein noch aus wüßtest. Ich sage, er ist weg. Sie sagt,
einfach weg. Das ist fantastisch. Ich sage, ja. Ist hier ein Kino?
Fragen:
- Wie würden Sie sich hier fühlen, wenn Sie
die zweite Frau wären? Warum?
- Was für einen Ton haben wir hier? Was für
einen Stil?
- Dieses Zitat macht den Unterschied zwischen
der Frau als Briefpartnerin und als gegenwärtige Partnerin deutlich. Was
ist er? Was für eine Person ist normalerweise so?
- Warum fragt sie am Ende, ob hier ein Kino
sei?